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Kindercamp Wildflecken: Ein Zuhause im Sommer

Hütten-Teamer Arne steht im Regen und fragt sich, ob die Wanderung zum Kreuzberg stattfinden kann. „Darf ich dich mal umarmen?“, fragt Knud. Der 10-Jährige hat in Wildflecken eine besondere Sammelleidenschaft entwickelt. Er sammelt Umarmungen. „679“ sagt Knud und verschwindet wieder. Am letzten Tag schafft Knud tatsächlich die 1.000ste Umarmung.

1.000 mal Zuhören, Trösten, Streit schlichten oder umarmen. Das ist die Aufgabe der Teamer. Sie begleiten die Kinder durch die Wildfleckenzeit. Das Team besteht aus 40 überwiegend jugendlichen Teamern. „Für viele Jugendliche ist Wildflecken wie ein Zuhause im Sommer und da ist es egal, ob es regnet. Junge Menschen entdecken hier, welche Fähigkeiten in ihnen stecken“, sagt Pastor Rainer Claus, „manchmal geht es kräftemäßig bis an die Grenzen, aber alle wachsen an ihren Aufgaben. Wir brauchen hier viele Talente. Egal ob Schauspielerin im Morgenzelt oder Spülmaschinen-Expertin, hier ist Vielfalt gefragt.“

164 Kinder, Teamer und Schulungsteilnehmer erlebten 10 Tage Kindercamp unter dem Motto: Gefährten deines Sommers. Wildflecken ist ein Klassiker der Wilhelmshavener Kinder-und Jugendarbeit.

Seit 1960 fahren Wilhelmshavener Kinder und Jugendliche in das CVJM-Feriendorf am Fuße des Kreuzberges. In den ersten Jahren gab es nur Zelte, dann kamen die typischen Holzhütten. Bei kühlem Regenwetter waren die Veranstalter in diesem Jahr wieder einmal froh, dass es die Hütten gibt. „Das Regenwetter in der Rhön war in diesem Jahr die größte Herausforderung. Zum Glück ist das hier kein Zeltlager und die Kinder sind wasserfest“, sagt Silvia Zahn-Claus von der Camp-Leitung. Eine Kreuzberg-Tour mit allen Kindern, Paddeln und Kletterwald standen auch bei Regenschauern auf dem Programm

„Die Teamer sind bei Regenwetter besonders gefordert. Ständig muss Programm verändert werden“, ergänzt Kathrin Jaeger, Kreisjugenddiakonin. Die Kooperation von Heppenser Kirche und Evangelischer Jugend Friesland-Wilhelmshaven ist nicht nur ein Angebot für Kinder, sondern auch eine große Jugendaktion. Jugendliche Teamer gestalten und prägen das Camp inhaltlich. Zusätzlich wurden 18 Jugendliche als „Azubis“ auf ihre Aufgabe als zukünftige Teamer vorbereitet. Unter der Leitung von Diakon Frank Jaeger, Jara Claus und Jana Schwartz wurden pädagogische Inhalte vermittelt und eigene Programmpunkte ausprobiert.

Der 10-jährige Knud jedenfalls ist zufrieden. Sein Rekord liegt bei 1.000 Wildflecken Umarmungen. „Nächstes Jahr bin ich wieder dabei und dann schaffe ich 1.500“, ist er sich sicher.

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