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Offener Brief

Im Rahmen des Gutachtens zu den Tagungshäusern der Ev. luth. Kirche in Oldenburg ergeht folgender offener Brief an die Synode, verfasst vom Vorstand der Evangelischen Jugend Oldenburg (ejo).

Friedensnetz
Jeder knüpft am eigenen Netz, versucht rauszuholen, was zu holen ist.
Jeder fängt ins eigene Netz, versucht einzufangen, was zu fangen ist. Einer hängt im fremden Netz, versucht noch zu retten, was zu retten ist. Wir zappeln im alten Netz, versuchen zu tragen, was zu tragen ist.

Veränderung ist stetig und sollte das auch sein. Altes wird ersetzt, wenn es ausgedient hat. Vorher wird aus diesem aber noch so viel rausgeholt wie möglich. In diesem Fall ist das Alte allerdings kein „Was“, sondern ein „Wer“ und dahinter verbirgt sich ein „Wir“.

Ein „wir“ als Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, ein „wir“ als Jugendverbände, ein „wir“ als Teil dieser Kirche. Wir sind viele, die mit unfassbarer Kraft das Evangelium in die Welt hinaustragen, indem wie wir unser Ehrenamt leben. Da ist es nicht verwunderlich, dass man uns in unserer Vielfalt einfangen will. Doch damit hängen wir in einem fremden Netz.

Im letzten Jahr wurde ein Beschluss zu den Strukturen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen gefasst und das gegen den ausdrücklichen Wunsch von uns Ehrenamtlichen. Das war und ist für uns ein herber Schlag. Denn ja, Veränderung muss sein, aber eben so, dass sie in die Zukunft strahlt und kein Rückschritt ist.

Vor uns liegt eine Zeit der Ungewissheit, der Fragen und erneuter Findung, in der wir das retten wollen, was zu retten ist. Wir versuchen unser gesamtkirchliches Feuer zu erhalten, weiterzutragen und zu vergrößern.

Für diese Aufgabe bedarf Zeit, Menschen, Vernetzung und Räume. Denn neue Netze knüpfen sich nicht von heute auf morgen. Dies kann erst geschehen, wenn wir aufatmen, Kräfte sammeln und ganz wir selbst sein dürfen.

Doch wie bei einem kleinen Funken, brauchen wir Schutz und einen Raum, um uns zu entfalten. Wir brauchen einen Raum, der jungen Menschen aus der gesamten Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg die Möglichkeiten und Freiheiten gibt, sich als Christ*innen zu finden und Gemeinschaft zu erfahren. Dafür gibt es keinen besseren Raum als das Blockhaus Ahlhorn. Denn das Blockhaus Ahlhorn ist ein Raum, der seit Jahrzehnten ein Eckstein der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, insbesondere mit Konfirmand*innen ist, sowie elementar für die kirchliche Prägung und Bindung junger Menschen in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg ist.

Die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg rechnet damit bis 2060 die Hälfte ihrer Mitglieder*innen zu verlieren. Dabei sei besonders auf die Zielgruppe der 25 bis 31 jährigen hingewiesen. In diesen Zeitraum fallen knapp 28 Prozent der Austritte. Um diesem Trend entgegen zu wirken, muss diese Kirche sich das Blockhaus Ahlhorn als Grundstein erhalten. Um junge Menschen im christlichen Glauben zu prägen ist es unerlässlich diesen Raum zu erhalten.

Deshalb bitten wir Sie, liebe Synodale, im Namen der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen, als Jugendverband und als Teil dieser Kirche, erhalten Sie sich und uns und nachfolgenden Generationen das Blockhaus Ahlhorn. Schützen Sie den Raum, an dem unser Feuer groß und unser Netz stark werden kann.

Wir knüpfen ein neues Netz, verbinden was für Frieden ist.

Lisa

über

Lisa ist die Vorsitzende der Evangelischen Jugend Oldenburg seit April 2018.

1 Kommentar zu “Offener Brief

  1. Avatar

    Dem kann man nur zustimmen! Als Mitglied der evangelischen Kirche und Mutter kann ich es nicht nachvollziehen, dass über die Aufgabe von Orten wie dem Blockhaus Ahlhorn überhaupt nachgedacht wird! Wenn die Kirche nicht in die Jugend investiert, worin dann?

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