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UN-Jugenddelegierte: „Beteiligung nicht nur Symbolpolitik“

„Junge Leute sind alles andere als apathisch und unpolitisch. Sie wollen aktiv in der Gesellschaft und in Entscheidungsprozessen beteiligt sein.“ Mit diesen Worten forderten die beiden deutschen UN-Jugenddelegierten bei ihrer Rede vor der Generalversammlung der Vereinten Nationen die Mitgliedsstaaten auf, sich für echte Partizipation von Kindern und Jugendlichen einzusetzen. Elise Zerrath (26) und Florian Nowack (24), der aus Lohne stammt und sich ehrenamtlich bei Evangelischen Jugend Oldenburg engagiert, hatten zuvor sechs Monate lang Jugendprojekte, Schulen und Organisationen in Deutschland besucht. Dabei wollten sie die Wünsche und Vorstellungen junger Menschen zusammentragen, um sie am gestrigen Montag, 7. Oktober 2013 in New York zu präsentieren. „Soziale Inklusion und Bildung als Schlüssel für effektive Jugendpartizipation“ – unter diesem Thema stand die rund siebenminütige Rede vor Diplomaten aus der ganzen Welt.

Gleiche Chancen für alle und eine Gesellschaft ohne Diskriminierung, Vorurteile und Intoleranz, den Zugang zu formaler und non-formaler Bildung sowie volle und wirksame Beteiligung auf allen Ebenen waren die drei Schwerpunkte, die Elise Zerrath und Florian Nowack in ihrem Beitrag entfalteten. Sie berichteten z.B. von Begegnungen mit  jungen Mädchen, die Missbrauch erlebt hatten, und mit jungen Migranten und ihren Erlebnissen im alltäglichen Leben und auf dem Arbeitsmarkt. „Wir rufen die Weltgemeinschaft auf, eine globale Gesellschaft zu gestalten, die gleich, inklusiv und offen ist für alle, unabhängig von der Nationalität, der wirtschaftlichen Situation, Gesundheit, Rasse, der sexuellen Orientierung oder der Geschlechteridentität“, sagte Elise Zerrath vor der Versammlung.

Florian Nowack mahnte in seinem Redebeitrag echte Partizipation an. „Jugendbeteiligung darf nicht als Instrument symbolischer Politik missbraucht werden“, so der 24-Jährige. Er zitierte den Generalsekretär der Vereinten Nationen mit den Worten: „Wir müssen jungen Menschen helfen, die Zukunft zu bauen, die sie sich wünschen. Das muss in unseren Herzen sein und ganz oben auf jeder Tagesordnung stehen.“ Der UN-Jugenddelegierte forderte die Delegierten auf, diesen Worten auch Taten folgen zu lassen: „Lasst uns an dem Tisch, an dem Entscheidungen getroffen werden, auf die Stimmen der Jugend hören! Lasst uns als gleichberechtigte Partner zusammenarbeiten“, beschloss er die Rede, die mit großem Beifall bedacht wurde.

Während ihrer Deutschlandreise haben die beiden UN-Jugenddelegierten mehr als 10.000 Kilometer zurückgelegt und mit über 1.000 Jugendlichen gesprochen. Im Frühjahr 2013 waren sie in diesem Zusammenhang auch bei der Vollversammlung der Evangelischen Jugend Oldenburg (ejo) zu Gast, um über das Thema Partizipation zu diskutieren. Auch diese Ergebnisse sind in die New Yorker Rede eingeflossen.

Florian Nowack ist in Lohne im Landkreis Vechta aufgewachsen. Er engagiert sich seit vielen Jahren in der Evangelischen Jugend, war Mitglied im Vorstand der ejo und auch auf Bundesebene für den Jugendverband aktiv. „Die ejo bedeutet für mich in vielerlei Hinsicht Heimat. Dort hat alles angefangen. Ohne die Schulungs- und Weiterbildungsangebote der Evangelischen Jugend wäre ich sicherlich heute nicht da, wo ich stehe“, sagte Florian vor einigen Monaten anlässlich seiner Wahl zum UN-Jugenddelegierten.

Deutschland entsendet jedes Jahr zwei Jugenddelegierte zur UN-Vollversammlung. Ausgewählt und betreut werden diese von der Deutschen Gesellschaft für die Vereinten Nationen und das Deutsche Nationalkomitee für internationale Jugendarbeit.

Der Text der Rede von Florian Nowack und Elise Zerrath ist hier veröffentlicht (in englischer Sprache)

Bei Youtube gibt es die Rede als Video:

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