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Eingabe der Sonder-Vollversammlung an die Synode

Eingabe an die Synode zum Maßnahmenkatalog zur Haushaltskonsolidierung der ELKiO 16a und 16b:

Im Rahmen einer Sonder-Vollversammlung zu den Synodenbeschlüssen ergeht folgende Eingabe an die Synode, verfasst von Delegierten der Evangelischen Jugend Oldenburg (ejo).

Was bisher bei uns geschah:

Im Jahr 2009 begannen, angestoßen durch die damalige Synode, Strukturveränderungen in Bezug auf den Diakon*innenstellenplan. Hierbei wurden die Diakon*innenstellen in der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen von 60 auf 40 reduziert und die Anstellungsträgerschaft an die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg gegeben.

Die Folge waren langjährige Strukturentwicklungsprozesse, die die Jugendarbeit viel Zeit und Ressourcen gekostet haben. Unter anderem entstand ein deutlicher Einbruch in der Beteiligung und Neugewinnung ehrenamtlicher Mitarbeiter*innen. Seit einiger Zeit sind wir als Verband durch ständige Bemühungen größtenteils wieder arbeitsfähig und erkennen einen positiven Fortschritt aus diesen Strukturentwicklungen. Grundsätzlich unterstützen wir die ständige Überprüfung der strukturellen Arbeit in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg, um kontinuierlichen Fortschritt und eine vernünftige Nutzung unserer Mittel beizubehalten.

Im Bericht der 2. Untersuchung der Kinder- und Jugendarbeit in der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg vorgelegt von Prof. Dr. Gunda Voigts wurde unsere Arbeitsfähigkeit hierbei bestätigt und für gut befunden. Von weiteren Strukturveränderungen wird darin abgeraten.

„[Es wird daran appelliert], der Kinder- und Jugendarbeit eine ‚Pause’ an Strukturdebatten zu gönnen, damit die Konzentration auf die Arbeit mit den Kindern und Jugendlichen erfolgen kann. Die Kinder- und Jugendarbeit sollte kein ständiges (De-)Reformprojekt sein, das mit immer wieder neuen, nicht vorhersehbaren von außen herangetragenen strukturellen Veränderungen belastet wird.“ (vgl. S.139 Bericht Evaluation, Fazit VIII.)

Wer wir jetzt sind:

Wir sind die ejo: ein toller Jugendverband, der für seine außerschulische Bildungsarbeit schon viele Fördergelder (u.a. Bildungsmittel aus der aejn) gewinnen konnte, die uns in unserem Tun bestätigen. Diese Bildungsarbeit geschieht an der Basis, vor allem im Anschluss an die Konfirmand*innen-Zeit, sowie auf Kreis- und landeskirchlicher Verbandsebene. Die Inhalte erstrecken sich von grundlegenden Kompetenzen für Jugendleiter*innen bis hin zu Schulungen, um als Jugendlicher selbst, z.B. im Bereich Kindeswohl, auszubilden.

Nicht nur Bildungsarbeit, auch Freizeiten, große Events, Projekte, Kampagnen, selbstvertretende Gremienarbeit und vieles mehr – das machen wir. Einen kleinen Einblick bietet unser Freizeit-Programm, dass Sie in allen Gemeindehäusern, sowie hoffentlich auf Ihren Tischen auf dieser Sitzung finden können. All dies passiert im Sinne kirchlichen Arbeitens subsidiarisch. Das ist nur möglich, weil unsere Gemeinde- und Kreisebenen und die Landesebene einen gleichermaßen starken Stand haben. Die Ebenen sind dabei erfolgreich vernetzt und können so ihre Ressourcen vorteilhaft bündeln und von gemeinsamer Nutzung profitieren.

So viel zu den bisherigen Strukturen, aber die ejo ist noch viel mehr: soziales Netzwerk, Zufluchtsort für Jugendliche, eine starke Gemeinschaft, die nicht nur auf dem Papier besteht.

Und in Zukunft?

Der Weg, den wir momentan gehen ermöglicht uns produktive und qualitative Jugendarbeit, an der wir ständig weiterarbeiten und sie so verbessern und ausbauen können. Wir sehen einer erneuten Strukturveränderung deshalb sehr kritisch entgegen. Ein entsprechender Beschluss würde für uns bedeuten, dass wir uns wieder selbst verlieren, uns erneut einer langwierigen Struktur- und Konzeptentwicklung aussetzen müssen und im schlimmsten Fall einen erneuten Einbruch der ehrenamtlichen Beteiligung durch diesen Prozess. Ebenfalls sehen wir kritisch, dass die zur Diskussion stehenden Modelle aus dem Maßnahmenkatalog kein hintergründiges, ausgearbeitetes Konzept oder nur eine Idee für qualitative Jugendarbeit beinhalten.

Wir bitten die Synode, dass wir an den Strukturen, die auf Basis des Beschlusses von 2009 erwachsen sind, weiterarbeiten dürfen, statt auf Basis eines neuen Beschlusses wieder komplett neue Strukturen erschaffen zu müssen.

Oldenburg, 28. April 2018

Lisa Wraase
Vorsitzende

 

Referent für Öffentlichkeitsarbeit und Fundraising im Landesjugendpfarramt in Oldenburg.

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