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Kirche wirbt mit Rikscha und Tandem für hohe Wahlbeteiligung

Oldenburgische Kirche läutet Endspurt zur Wahl der Gemeindekirchenräte ein

Mit Rikscha und Tandem hat die Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg den Endspurt für die Wahl der Gemeindekirchenräte in 116 Kirchengemeinden im Oldenburger Land eingeläutet. Synodenpräsidentin Sabine Blütchen, Oberkirchenrat Thomas Adomeit, Landesjugendpfarrer Dr. Sven Evers, Lisa Wraase und Vanessa Ennen warben gemeinsam für eine hohe Beteiligung bei der Gemeindekirchenratswahl am 11. März.

In vier Wochen wählen rund 2,9 Millionen Gemeindemitglieder in über 2.000 Kirchengemeinden in ganz Niedersachsen ihre Leitungsgremien neu. Allein im Oldenburger Land sind mehr als 371.000 Wahlberechtigte ab 14 Jahren zur Wahl der Gemeindekirchenräte aufgerufen. Hierzu zählen rund 48.000 Erstwählerinnen und Erstwähler (14 bis 22 Jahre). 

„Mit der Fahrradaktion wollen wir zeigen, dass Kirche und Gemeinden in Bewegung sind“, betonte Synodenpräsidentin Sabine Blütchen anlässlich der Aktion mit Rikscha und Tandem. Die Kampagne zur Wahl der Leitungsgremien steht in ganz Niedersachsen unter dem Motto „Kirche mit mir“ und soll für eine hohe Wahlbeteiligung am 11. März sorgen. 

Der Slogan der Kampagne „Kirche mit mir“ zeige die Beteiligungsmöglichkeit in der Kirche auf, so Oberkirchenrat Thomas Adomeit, seit Anfang Februar Vertreter im Bischofsamt der oldenburgischen Kirche. Die Kampagne mache auch deutlich, dass den Kirchengemeinden die Stimme und die Mitwirkung der Menschen sehr wichtig sei. 

Für Synodenpräsidentin Blütchen ist die Herabsetzung des Wahlalters auf 14 Jahre in der oldenburgischen Kirche ein wichtiges Signal an junge Menschen. Es sei ein großes Anliegen, junge Menschen darauf anzusprechen, dass man sich auch im politischen Sinne in der Kirche beteiligen könne. Das gehe aber auch über die reine Wahlbeteiligung hinaus. Es gelte, junge Menschen zum Mitmachen zu animieren. Mit der Herabsetzung des Wahlalters auf 14 Jahre nehme die Kirche die Religionsmündigkeit der jungen Leute ernst, so Blütchen. Sie hätten das Recht, ein Patenamt zu übernehmen und dann müsse folgerichtig auch das Wahlrecht ernst genommen werden.

Um junge Menschen auch für die Wahl zu motivieren, habe die Evangelische Jugend Oldenburg (ejo) viele kreative Ideen entwickelt, betonte Landesjugendpfarrer Sven Evers. So gebe es kleine Wahlgeschenke wie Display-Cleaner für Handys . Die ejo sei aber auch auf Facebook und Instagram sehr aktiv, denn junge Menschen nutzten vor allem soziale Medien, um sich zu verständigen, so Evers.  

Auch gebe es viele Aktionen in den Kirchengemeinden. So würden viele Kirchengemeinden ihre Erstwähler direkt anschreiben. Die Konfirmandinnen und Konfirmanden, die in diesem Jahr eingesegnet werden, könnten auch direkt angesprochen werden. Durch Absenkung des Wahlalters von 16 auf 14 Jahre sind allein rund 14.000 junge Menschen (14 bis 16 Jahre) im Oldenburger Land erstmals wahlberechtigt. 

Auch die 22-jährige Lisa Wraase, die sich seit zehn Jahren ehrenamtlich in der Jugendarbeit engagiert, gehört zu den Erstwählern.  Ihr ist es sehr wichtig, das Wahlrecht wahrzunehmen. Das gelte in der Kirche genauso wie in der Politik. „Ich wähle, weil es mir wichtig ist, Kirche mitzugestalten“, betonte die junge Frau aus Edewecht.

Gewählt werden am 11. März in der oldenburgischen Kirche und schaumburg-lippischen Landeskirche die Gemeindekirchenräte, in der  braunschweigischen und hannoverschen Landeskirche die Kirchenvorstände und in der reformierten Kirche die Kirchenräte bzw. Presbyterien. Die Wahl der kirchlichen Leitungsgremien findet alle sechs Jahre statt. 

Diese Gremien leiten zusammen mit den Pfarrerinnen und Pfarrern die Gemeinden vor Ort. Sie sind u.a. für Gebäude, Ländereien, Friedhöfe, Kindertagesstätten, Personal und Finanzen einer Kirchengemeinde zuständig. 

„Das Motto ‚Kirche mit mir’ ist ein Bekenntnis zu demokratischen Strukturen in den evangelischen Kirchen. Es soll unterstreichen, dass die kirchliche Zukunft von der Mitbestimmung ihrer Mitglieder abhängt. Alle, die in das Leitungsamt gewählt werden, können wesentliche Entscheidungen treffen. Das Wort ‚MIT’ steht für Gemeinschaft, Engagement, Vielfalt, u.v.m. ‚MIT’ ist der Inbegriff von Demokratie, Wahl und Beteiligung“, so die Verantwortlichen für die Wahlkampagne. 

Neu ist, dass in fast allen evangelischen Kirchen in Niedersachsen bereits 14-jährige Kirchenmitglieder wählen dürfen. Als erste in Niedersachsen hatte die oldenburgische Kirche 2016 beschlossen, das Wahlalter von 16 auf 14 Jahre zu senken. Seit Mai 2017 gilt dies auch für die braunschweigische und hannoversche Landeskirche.

Weitere Informationen zur Wahlkampagne unter: www.kirchemitmir.de

Facebook: https://www.facebook.com/kirchemitmir
Instagram: https://www.instagram.com/kirchemitmir

Text und Foto: ELKiO/D.-M. Grötzsch

Geschäftsführung und Referent für Öffentlichkeitsarbeit im Landesjugendpfarramt der Ev.-Luth. Kirche in Oldenburg.

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